Kennen Sie Situationen, in denen Sie in Stress und Panik verfallen und denken „Wieso? Ich könnte das alles auch viel lockerer nehmen...“ In solchen Situationen sind Sie an Ihre inneren Antreiber geraten. Das sind Anforderungen, die wir (oftmals unbewusst) an uns selbst richten. Wir versuchen, diesen Anforderungen zu entsprechen. Durch diese ständig bestehenden Anforderungen geraten wir leicht selbst in Stress. Es kann auch schnell passieren, dass wir andere unter Druck setzen, indem wir an sie dieselben Ansprüche stellen. Oft werden diese Verhaltensmuster bereits in der Kindheit von den Eltern geprägt. Kinder lernen von den Eltern, was richtig ist und wie man okay ist. Wenn wir unsere Antreiber kennen, können wir das Maß der Anforderungen auf den richtigen Level reduzieren. So verringern wir unseren Stress und den Druck auf andere.
Bewerten Sie bitte die nachfolgenden Aussagen mithilfe der Bewertungsskala (gar nicht / kaum / etwas / trifft zu / stimmt voll und ganz), so wie sie jetzt gerade auf Sie zutreffen. Klicken Sie das entsprechende Kästchen an. Vorsicht: pro Zeile nur ein Kästchen ankreuzen, da sonst Ihr Ergebnis verfälscht wird.
Ihre Punkte für Ihre Antreiber: |
0 Punkte für "Sei perfekt!" |
0 Punkte für "Mach schnell! / Beeil dich!" |
0 Punkte für "Streng dich an!" |
0 Punkte für "Mach es allen recht! / Sei gefällig!" |
0 Punkte für "Sei stark!" |
Wenn bei Ihnen der Wert eines Antreibers 40 übersteigt, darf mit großer Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass dieser Antreiber Ihr Verhalten wesentlich beeinflusst und mitbestimmt.
© für diesen Fragebogen bzw. zitiert nach: Kälin, Karl; Müri, Peter: Sich und andere führen Ott Verlag, Thun 2000 (12. Auflage). Die soeben ermittelten Werte können Sie direkt in die grafische Darstellung im Buch übertragen.
So wie alles auf der Welt haben auch die inneren Antreiber nicht nur Schatten-, sondern auch ihre positiven Seiten.
Sei perfekt! | Nachteil: kein 80/20, 100 % Ausführung, Übererfüllung der Ziele |
Sei schnell! | Nachteil: wenig Zeit geben, unter Zeitdruck stehen, oft keine sozialen Kontakte |
Mach es allen recht! | Nachteil: nicht Nein sagen, keine Abgrenzung, wird gern ausgenutzt, eigene Bedürfnisse zählen nicht |
Streng dich an! | Nachteil: nicht zufrieden wenn es leicht geht, verbissen, viel Stress, zuviel des Guten |
Sei stark! | Nachteil: Selbstüberschätzung, kommt selbst zu kurz, keine Schwächen zeigen, Heldentum um jeden Preis |
Diese inneren Antreiber können besser kontrolliert werden, wenn Sie ihnen entsprechende Gegenargumente, „Erlauber” entgegenhalten. So könnte jemand, der stets perfekt sein will, dem inneren Antreiber antworten: „Es ist nicht tragisch, wenn ich Fehler mache. Aus Fehlern kann ich lernen.” Oder wer immer stark sein will, kann sich sagen: „Ich darf mir Hilfe holen. Dadurch verliere ich nicht mein Gesicht.”
© Weitere Antreiber, die noch tiefer sitzen, hat Erik Blumenthal in seinem Buch Wege zur inneren Freiheit - Praxis und Theorie der Selbsterziehung, Rex Verlag Luzern und Stuttgart bereits 1981 als tief sitzende und kaum bewusste privat-logische Lebensstilsätze aufgezeichnet:
Ich bin nur ein Mädchen
Ich bin von der Natur nicht besonders gut ausgerüstet
Ich bin ein kleiner Junge und kann mir nicht vorstellen, so ein richtiger Mann zu werden
Ich kann mir nicht viel zutrauen
Ich habe nicht allzu viel zu bieten
Ich bin auf andere angewiesen
Ich muss mir die Unterstützung, Hilfe und den Schutz anderer sichern
Ich brauche immer andere, auf die ich mich verlassen kann
Ich muss Anerkennung finden
Ich muss andere dazu bringen, mich zu bemitleiden
Ich will der / die Erste sein
Ich will im Mittelpunkt stehen
Ich muss anderen gefallen
Ich muss gut sein
Ich muss alles unter Kontrolle haben
Ich muss intellektuell überlegen sein
Ich muss im Recht sein
Ich darf keine Fehler machen
ein starker Mann / eine gute Frau muss sich um mich kümmern
Ich bin etwas Besonderes
Ich will etwas Besonderes sein
Ich muss mich beleidigen lassen, um auf meine Peiniger herabsehen zu können
Ich muss Herr / Frau der Lage sein
Man kann sich auf andere nicht verlassen
Die Menschen sind schlecht und ungerecht
Das Leben ist schwierig und gefährlich
Ich möchte nicht, dass man schlecht von mir denkt
Ich muss aufpassen, dass meine Freiheit nicht eingeschränkt wird
Das Schicksal meint es nicht gut mit mir
Ich will mich durchsetzen
...